Wie man ein Brillenrezept liest

14. April 2021 · SharonSwift

Es ist wichtig zu wissen, wie man ein Brillenrezept liest, besonders wenn man gerade eine Augenuntersuchung hatte und vom Augenarzt ein Rezept erhalten hat. Während der Untersuchung hat der Arzt möglicherweise erwähnt, ob man kurzsichtig, weitsichtig oder astigmatisch ist. Auch wenn Sie Ihre Sehschwäche kennen, kann die Interpretation der Brillenverordnung verwirrend sein. Was bedeuten all die Zahlen und Abkürzungen wie OD, OS, SPH, CYL, Axis, Prism, PD und ADD?

Dieser Leitfaden hilft Ihnen, Ihre Brillenverordnung zu entschlüsseln und Missverständnisse beim Online-Kauf einer neuen Brille zu vermeiden. Er gibt Ihnen außerdem mehr Sicherheit im Gespräch mit Ihrem Optiker. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie Sie Ihre Brillenverordnung leicht verstehen!

Die Bedeutung von OD und OS

Um ein Brillenrezept zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, was „OD“ und „OS“ bedeuten. Diese Abkürzungen stehen für die lateinischen Begriffe „oculus dexter“ und „oculus sinister“ und bezeichnen das rechte bzw. linke Auge. Auf Ihrem Rezept finden Sie möglicherweise auch „OU“, die Abkürzung für „oculus uterque“, was „beide Augen“ bedeutet.

Während diese lateinischen Begriffe häufig in Rezepten für Brillen, Kontaktlinsen und Augenmedikamente verwendet werden, haben einige Ärzte und Kliniken einen moderneren Ansatz gewählt und verwenden „RE“ (rechtes Auge) und „LE“ (linkes Auge) anstelle von OD und OS.

In Ihrem Brillenrezept erscheinen die Informationen für das rechte Auge (OD) üblicherweise vor denen für das linke Auge (OS). Diese Konvention beruht darauf, dass Augenärzte bei der Untersuchung von Patienten die Informationen in der Regel von der linken zur rechten Hand erfassen – entsprechend dem rechten Auge des Patienten, dann dem linken.

Weitere Bestandteile eines Brillenrezepts

Neben OD und OS enthält Ihr Brillenrezept weitere Begriffe und Abkürzungen, die die für Ihre Sehschärfe notwendige Korrektur angeben. Dazu gehören:

  • Sphäre (SPH): Die Werte in diesem Abschnitt korrigieren Kurzsichtigkeit (Myopie) und Weitsichtigkeit (Hyperopie). Ein Minuszeichen (-) bedeutet Kurzsichtigkeit, ein Pluszeichen (+) Weitsichtigkeit. Die Werte werden üblicherweise in Schritten von 0,25 Dioptrien angegeben.

  • Zylinder (CYL): Dieser Wert gibt die benötigte Linsenstärke zur Korrektur des Astigmatismus an. Ist dieses Feld leer, liegt nur geringer oder gar kein Astigmatismus vor. Den Zahlen in dieser Spalte kann ein Minuszeichen (bei myopischem Astigmatismus) oder ein Pluszeichen (bei hyperopischem Astigmatismus) vorangestellt sein.

  • Achse: Bei Astigmatismus wird in Ihrem Brillenrezept auch der Achsenwert angegeben. Dieser Wert bezeichnet den Winkel der Linse, in dem keine Zylinderkraft zur Korrektur des Astigmatismus wirkt. Er wird üblicherweise nach dem Zylinderwert angegeben und beginnt handschriftlich mit einem „x“. Der Achsenwert liegt zwischen 1 und 180, wobei 90 dem vertikalen und 180 dem horizontalen Meridian des Auges entspricht.

  • Prisma: Dieser Wert gibt die Prismenstärke an, die zur Korrektur von Augenfehlstellungen benötigt wird. Nur ein geringer Prozentsatz der Brillenrezepte beinhaltet eine Prismenkorrektur. Prismenwerte werden in Prismendioptrien (PD) gemessen. Um Verwechslungen mit dem Pupillenabstand zu vermeiden, wird das Prisma manchmal durch ein Dreieckssymbol oder die Abkürzung „Prisma“ gekennzeichnet. Die Prismenkorrektur wird in der Regel für verschiedene Augenbasisrichtungen angegeben, z. B. „Basis oben“, „Basis unten“, „Basis innen“ oder „Basis außen“.

  • Pupillenabstand (PD): Dies ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten der beiden Pupillen. Er trägt dazu bei, dass die Brillengläser korrekt auf die Pupillenmitte ausgerichtet sind. Der durchschnittliche Pupillenabstand bei Erwachsenen liegt zwischen 54 und 74 mm, bei Kindern typischerweise zwischen 43 und 58 mm.

  • Addition: Dieser Wert bezeichnet die zusätzliche Vergrößerung, die für Gleitsicht- oder Bifokalbrillen zur Korrektur der Alterssichtigkeit erforderlich ist. Er wird stets mit einem „+“-Zeichen gekennzeichnet (auch wenn dieses nicht explizit dargestellt ist) und liegt typischerweise zwischen +0,75 und +3,00 Dioptrien (dpt). Der Additionswert ist in der Regel für beide Augen gleich.

Weitere Informationen

Ihr Augenarzt kann Ihnen auf Ihrem Brillenrezept auch spezielle Empfehlungen für Brillengläser geben, um Ihre Sehkorrektur zu optimieren. Dazu gehören beispielsweise Vorschläge für Entspiegelungsbeschichtungen, phototrope Gläser oder Gleitsichtgläser, die alle darauf ausgelegt sind, Ihnen ein möglichst komfortables und effektives Seherlebnis zu bieten.

Immer noch verwirrt? Keine Sorge! Lassen Sie uns das anhand eines Beispiels verdeutlichen.

Beispiele für Brillenrezepte

Kurzsichtigkeit (Myopie): Bei einem Rezept für Kurzsichtigkeit findet sich im Feld „Sphäre“ (SPH) ein Wert mit einem Minuszeichen (-). Dies bedeutet, dass die Brillengläser zur Korrektur von Kurzsichtigkeit entwickelt wurden und Ihnen helfen, entfernte Objekte schärfer zu sehen.

Weitsichtigkeit (Hyperopie): Bei Weitsichtigkeitsrezepten steht im Feld „Sphäre“ (SPH) eine Zahl mit einem Pluszeichen (+). Das bedeutet, dass die Brillengläser zum Lesen oder für die Nahsicht geeignet sind.

Astigmatismus: Wenn Sie eine Hornhautverkrümmung haben, enthält Ihr Brillenrezept in der Spalte „Zylinder“ (ZYL) einen Wert, der die zur Korrektur der Hornhautverkrümmung benötigte Brechkraft der Linse angibt. Neben dem Zylinderwert finden Sie in der Spalte „Achse“ einen Wert, der die Ausrichtung der Zylinderbrechkraft angibt.

Presbyopie (Gleitsichtgläser): Gleitsichtgläser enthalten einen „ADD“-Wert, manchmal auch als „NV“ (Nahsicht) gekennzeichnet. Dieser Wert gibt die zusätzliche Stärke an, die zum Lesen oder für Naharbeiten mit einem Gleitsichtglas benötigt wird.

Wie oft sollte man eine Augenuntersuchung durchführen lassen?

Wenn Sie keine Augenerkrankungen haben, die Ihre Sehkraft beeinträchtigen, wird generell eine umfassende Augenuntersuchung alle ein bis zwei Jahre empfohlen. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind wichtig für die Augengesundheit, um Veränderungen des Sehvermögens frühzeitig zu erkennen und potenzielle Augenprobleme frühzeitig zu diagnostizieren. Die Häufigkeit der Untersuchungen kann jedoch je nach Alter, Risikofaktoren und dem Tragen einer Sehhilfe variieren. Ihr Augenarzt oder Optiker berät Sie gerne individuell und gibt Ihnen auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Empfehlungen.

Kann man mit einem Brillenrezept auch Kontaktlinsen kaufen?

Hier ein hilfreicher Tipp von Anrri : Brillen- und Kontaktlinsenrezepte sind nicht dasselbe. Ein Brillenrezept dient ausschließlich dem Kauf einer Brille und kann nicht verwendet werden, um die exakte Stärke von Kontaktlinsen zu bestimmen. Ein präzises Kontaktlinsenrezept kann nur nach einer sorgfältigen Anpassung und Untersuchung durch Ihren Augenarzt ausgestellt werden. Dieser beurteilt, wie Ihre Augen auf die Linsen reagieren und wie sie sitzen.

Wenn Sie bereits ein Brillenrezept haben und sich einen Überblick über Ihre Kontaktlinsenstärke verschaffen möchten, hier eine einfache Richtlinie: Kontaktlinsenstärken sind in der Regel 0,25 Dioptrien niedriger als Brillenstärken, da Kontaktlinsen direkt auf dem Auge sitzen, während Brillen weiter entfernt sind. Für eine genaue Kontaktlinsenstärkenbestimmung ist es jedoch unerlässlich, Ihren Augenarzt oder Optiker zu konsultieren.